Wochenrückblick (KW3)

So, die letzte volle Woche in der Schön Klinik, hier in Rosenheim geht zu Ende und ich muss euch sagen, ich bin allen hier unendlich dankbar, dafür, dass sie mich und meine Genesung hier so tatkräftig und professionell unterstützt haben. Ohne die Co-Therapeuten, die Therapeuten und natürlich auch die Mitpatienten, vor Ort, wäre ich in meiner Entwicklung, mit Sicherheit, nicht da, wo ich jetzt bin. Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass es in erster Linie darum geht, mich selbst, meine aktuelle Situation und die Gesamtlage zu akzeptieren, wie sie zu exakt diesem Zeitpunkt sind. Die meisten Dinge kann ich eh nur in Betracht auf die Zukunft ändern und, da die Gegenwart ja, rein logisch, schon Vergangenheit ist. Das mag paradox klingen, aber so funktioniert Zeit nun mal.

In meiner Zeit hier habe ich viele neue und alte Gefühle wieder in mein Laben gelassen, ich war glücklich, traurig, wütend, niedergeschlagen, schuldig und habe mich auch geschämt. Dabei konnte ich lernen, dass all diese Emotionen ihre Berechtigung haben, da zu sein und dass es sich auch in den meisten Fällen lohnt, dass ich mich diesen Gefühlen stelle und sie in meinem Leben willkommen heiße.

Es gab hier Zeiten, in welchen ich unglaublich glücklich und zufrieden war und Zeiten, in welchen ich mich so unzufrieden und ungerecht behandelt fühlte, dass ich schier platzen hätte können. Auch wenn es zu dem Moment als die Gefühle auftraten teilweise überfordernd oder auch schmerzhaft war, so konnte ich diese Zeiten nutzen um daran zu wachsen und mein leben in eine Richtung zu lenken, die mir nachhaltig Frieden und Glückseligkeit bringen kann. Ich bin diese Schritte gegangen, um es erneut zu versuchen, mein Leben in den Griff zu bekommen. Es ist ein erneuter Versuch, diese dreckige und zerstörerische Krankheit endlich hinter mir zu lassen und ein erfülltes Leben mit vielen schönen Momenten zu führen. Ich bin im nachhinein dankbar für jede Sekunde, die ich hier verbringen konnte und durfte.

Zu meinen Bekanntschaften und Freunden hier kann ich nur das Selbe sagen. Ich bin euch Allen unendlich dankbar und weiß nicht, wie ich mich jemals dafür revanchieren kann. Was ich aber auch gelernt habe ist, dass ich euch einfach nur DANKE sage und ich euch nichts zurückgeben muss. Ich kann euch nur Allen sagen, dass ich euch ganz tief in mein Herz geschlossen habe und ihr Alle in gewisser Weise meine Freunde geworden seid, Manche mehr und manche weniger, jedoch trotzdem sind hier eigentlich nur Freundschaften entstanden, die es Wert sind, auch nach der Klinik weitergeführt zu werden. Ich freue mich auf viele Treffen mit euch Lieben außerhalb der Klinik. Ihr seid Alle so wertvoll, vergesst das nie.

Zuletzt möchte ich noch meiner Familie, meinen Kollegen und auch meiner Therapeutin für die Unterstützung danken. Ohne das Wissen, dass mich zu Hause ein Netz erwartet, welches mir helfen wird, meine Rückkehr so sicher wie möglich zu gestallten.

Wie geht es nun weiter. Kurz gesagt, ich werde kommende Woche nach Hause zurückkehren, bin dann noch krank geschrieben, werde im Anschluss meinen Resturlaub komplett nehmen und nach weiteren vier Wochen Wiedereingliederung werde ich Anfang April dann endlich wieder voll in mein normales Leben zurückkehren. Bis dahin werde ich lernen müssen, wie ich in dieser Pandemiegeplagten Welt zurechtkomme, dass kann ich aber nur machen, wenn ich jetzt diesen Schritt zurück ins Leben wage.

Nochmal an Alle und manche auch im speziellen ein riesiges Dankeschön. Ohne euch hätte ich das Ganze nicht geschafft.

Liebe Grüße und bleibt achtsam, meine Freunde. Ich hab euch Alle lieb und bis bald.

Euer Martin

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