Wochenrückblick (KW14)

Und eine weitere Coronawoche geht ins Lande. Hallo zusammen und willkommen zurück zu meinem Blog. Auch diese Woche war im gesamten geprägt durch das Thema, welches die gesamte Welt im Atem hält: Corona… Ich bin mir im klaren darüber, dass das Thema ernst ist und dass wir uns Alle damit auseinandersetzen müssen, jedoch kann ich es langsam einfach nicht mehr hören. Es gibt in den Medien einfach gar nichts mehr anderes. Von daher hier mal zum Rest meiner Woche.

Am Montag hatte ich die erste Video-Chat-Sprechstunde mit meiner Therapeutin und ich muss zugeben, dass das relativ gut funktionier, natürlich ist es kein Vergleich zu einer normalen Therapiesitzung, jedoch ist es momentan vollkommen ausreichend. Die Hauptsache ist es tatsächlich, dass ich überhaupt Therapie machen kann, da ich mich in vielen Momenten immer noch relativ unsicher fühle. Bei dieser Sitzung konnte ich dann auch mit ihr besprechen, was sie von der Heimkehr in meine eigne Wohnung hält. An dieser Stelle möchte ich Allen von euch danken, die abgestimmt und vor Allem denen, die mir noch einen Kommentar geschickt haben. Ich habe sowohl das Ergebnis des Polls als auch alle anderen Faktoren bei meiner Entscheidung berücksichtigt. Am Ende überwiegten jedoch die Empfehlung meiner Therapeutin und mein eigener Wille, so dass ich mich dazu entschieden habe, am Donnerstag in meine eigene Wohnung zurück zu gehen. Von dem Moment an wurde ich aber auch gleichzeitig wieder etwas nervöser, da ich immer noch nicht wusste, wie es mir dann mit der Einsamkeit, dem Alleinsein und der Situation im Allgemeinen gehen wird. Jedoch wusste ich, dass ich es nur schaffen kann wenn ich es auch ausprobiere und das Stimmte mich auf der anderen Seite wieder Vorfreudig. Ich lebte also bis zum Donnerstag mit diesem gedanklichen und emotionalen Zwiespalt…

Am Donnerstag Morgen war es dann soweit und ich lies mich von meiner Mutter auf dem Weg in ihre Arbeit mitnehmen und sie brachte mich nach Hause. Auf dem Weg dahin waren wir dann noch zusammen einkaufen, da ich nach der langen Abwesenheit nichts zu Hause hatte. Ich kaufte also für den Rest der Woche ein und ich muss zugeben, bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Klopapier ;), habe ich Alles gekauft was ich brauchte. Ich brachte im Anschluss alle meine Einkäufe und mein Gepäck vom Klinikaufenthalt in meine Wohnung und dort war ich nun seit relativ langer zeit wieder mal wirklich Alleine. Die ersten Stunden verbrachte ich dann damit, meine Kleidung und die Einkäufe zu verräumen, sowie damit, in meiner Küche, im dritten Zimmer und im Wohnzimmer für Ordnung zu sorgen. Nachmittags konnte ich dann das erste Mal seit letztem Jahr wieder auf mein Rennrad steigen und ein bisschen auf der Rolle fahren. Ich muss zugeben, dass Indoor-Radtraining noch nie soviel Spaß gemacht hat. Ich erwartete an diesem Tag auch noch ein paar Bestellungen von Amazon, die ich mir gegönnt, bzw. die ich auch gebraucht habe. Das waren unter Anderem ein neuer Kaffeevollautomat und ein Pfannen- und Topfset, da ich kein Kochgeschirr für meinen Induktionsherd besaß. Die Lieferanten kamen natürlich, als hätten sie es geahnt, gerade als ich beim Duschen war… aber das war ja absehbar. Den restlichen tag verbrachte ich mit dem Aufbau und dem verräumen meiner Bestellungen und dann ging der Tag auch schon zu Ende.

Die nächsten Tage liefen normal und bis auf ein paar wenige Momente in welchen so etwas ähnliches wie Einsamkeit aufkam waren die sie relativ gut zum Aushalten…

Das Essen, muss ich zugeben ist ein Faktor, welcher mich immer noch begleitet, ich kann noch immer keinen wirklich unbeschwerten Umgang mit dem Essen aufbauen. Das ist mir auch schon bei meiner Mutter aufgefallen und ich muss zugeben, dass mich das ganze immer noch mehr stresst als es mir lieb wäre und dadurch auch für ein unangenehmes Gefühl der Angst sorgt, jedoch kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich mich seit dem Beginn der Klinik nicht übergeben habe und momentan auch absolut keinen Drang spüre, das wieder zu tun. Darüber bin ich wirklich froh und das stimmt mich auch zuversichtlich, dass ich, wenigstens einen Teil der Krankheit, endgültig hinter mir gelassen habe. Dieser unbeschwerte Umgang mit dem Essen, den “normale” Menschen haben und den ich auch mal hatte, wird eventuell auch noch irgendwann wiederkommen, jedoch schätze ich, dass das noch eine Weile dauern wird. Dazu bin ich aber auch immer noch in Therapie und werde das Thema zusammen mit meiner Therapeutin in den nächsten Wochen und Monaten angehen. Das andere, große, Thema meiner Therapie wird es werden, meine Körperakzeptanz zu verbessern. Diese beiden Themen konnte ich in der Klinik nicht komplett bearbeiten, was ich sehr schade finde.

Wie es nun weitergeht und vor Allem wie ich dann auch wieder in die Arbeit einsteigen werde, kann ich gerade noch nicht in vollem Umfang erfassen, jedoch werden die nächsten Tage und Wochen durchaus interessant bleiben. Ich halte euch auf jeden Fall an dieser Stelle hier auf dem Laufenden und freue mich über jede Rückmeldung von euch.

Liebe Grüße und bleibt alle gesund!

Euer Martin

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